Ich muss zugeben, dass ich anfangs schon ein wenig verschnupft war, als ich den Blogbeitrag von Thomas Gigold zum Thema KI generierte Beitragsbilder gelesen habe. Ich fühlte mich angesprochen und gleichzeitig verletzt. Wie kann er es wagen, meine generierten Beitragsbilder zu kritisieren. Wer ist er überhaupt, dass er Kritik üben darf? Das hat mich echt ziemlich gewurmt und ich habe viel über das Thema nachgedacht.
Viele aus der Bloggerszene haben dann sofort zurückgeschossen und so entstand eine hitzige Diskussion. Ich habe gelernt, die Sache sacken zu lassen und auch mal über den Tellerrand zu schauen. Natürlich wollte Gigold mit seinem Beitrag provozieren, was ihm auch gelungen ist, aber ein Funken Wahrheit steckt in seinen Worten und wenn man ehrlich zu sich selbst ist, versteht man auch die Gründe:
Es ist die Flut der generierten Bilder, die das Web überschwemmt. Es gibt keine Website mehr, auf der man keine KI-Bildchen sieht. Überall sieht man den gleichen Look, in Blogs, in den sozialen Medien, überall, und ich bin da keine Ausnahme. Ja, ich spiele gerne mit den neuen Möglichkeiten und schreibe auch regelmäßig darüber, aber muss der KI-Content gleich online gehen?
Gerade wir Blogger:innen sind stolz auf unsere Individualität, bewegen uns fern ab vom Mainstream. Führen unser Tagebuch mit privaten Texten und berichten von unseren Hobbies. Dazu gibt es das ein oder andere Handy-Bildchen und gut ist’s. Das ist das, was uns ausmacht. Nun fangen wir alle an, mich besonders eingeschlossen, den Blog mit kostenlosen KI-Bildchen aufzuhübschen, in der Meinung dass dies toll aussieht. Tut es aber nicht!
Erst gestern hat mir mein Feedreader wieder mehrere Blogs mit KI-generierten Bildchen im Vorher-Nachher-Comic-Stil angezeigt – toll! Was kommt als nächstes? KI-generierte Texte, weil die genauso einfach und schnell zu erstellen sind wie die Beitragsbilder?
Einige Kolleg:innen meinten, dass das eigene Blog eine Spielwiese ist auf der man sich austoben darf, es (fast) keine Spielregeln gibt. Das ist völlig richtig und steht überhaupt nicht zur Diskussion.
Ich persönlich finde aber, und das ist meine Meinung nachdem ich viel darüber nachgedacht habe, dass die Dosis das Gift macht und die Szene es wirklich übertreibt. Es wird nicht nur zu viel, es ist bereits zu viel.
Nach den Worten folgen Taten
Da ich sowieso den ganzen Tag nicht weiß, was ich mit meiner Zeit anfangen soll, habe ich diese Woche beschlossen mein Blog zu entrümpeln. Der ganze AI-Slop fliegt raus. Lieber gar kein Foto, als ein schlechtes Bildchen. Das Theme wird in diesem Zusammenhang auch gewechselt. Alles soll wieder ein wenig textlastiger werden, weg von den bunten Bildchen.
Ich mache die vorgesehenen Änderungen nicht, weil es jemand anders sagt oder verlangt, sondern aus eigener Überzeugung. Gigold hat nur den Anstoß gegeben, und ich danke ihm dafür.
#ki #kicontent
Nunja, ich selbst nutze in meinem privaten Blog keine KI-Bilder, in einem anderen Blog habe ich aber mal eines für eine Blogparade verwendet. Grundsätzlich habe ich aber überhaupt nichts dagegen, wenn es sinnvoll genutzt wird und wenn die Bilder gekennzeichnet sind. Ansonsten gefallen mir die schicken, verwackelten Handybilder weitaus besser ;)